"Bonhoeffer" soll Mut machen

- 18.03.2025 - 

„Ich hatte die große Ehre, in den letzten Jahren mit Dietrich Bonhoeffer zu gehen. Das hat mein Leben verändert“, erklärte Regisseur und Drehbuchautor Todd Komarnicki, der seinen Film „Bonhoeffer“ bei der Premiere im Kinostar Bretten persönlich vorstellte. 

Kinotour in Bretten (von links): Schauspieler Robert Besta, Theologe Christian Neddens, Michael Rösch, Geschäftsführer der Kinostar Filmverleih GmbH, Regisseur Todd Komarnicki
Die intensive Beschäftigung mit Bonhoeffers Biographie und seinen Schriften „haben die Art und Weise verändert, wie ich die Welt sehe“, sagte der Filmemacher aus Amerika. "Ich hoffe, dass der Film denselben Mut in Ihnen weckt, den Bonhoeffer mir beigebracht hat."
 
Mut ist dann auch ein großes Thema für Komarnickis „Bonhoeffer“. Er will es nicht schweigend hinnehmen, wenn Menschen sich über Gott stellen. Und er will sich nicht raushalten, wenn Menschen in Gefahr sind.
 
Um seine Botschaft zu transportieren, nimmt der Regisseur – ganz offensichtlich – in Kauf, dass sein „Bonhoeffer“ nicht immer mit dem historischen Bonhoeffer übereinstimmt. Das Kinopublikum solle keinesfalls entmutigt nach Hause gehen. "Die Grausamkeiten eines Konzentrationslagers kann man nicht in wenigen Minuten am Ende eines zweistündigen Films abhandeln“, sagt Komarnicki beispielsweise. Sein "Bonhoeffer" wird deshalb nicht im KZ erhängt, sondern vor einer verlassenen Grundschule.   
 
„Dürfen wir mit Geschichte so umgehen?“, fragte Christian Neddens, Direktor der Europäischen Melanchthon-Akademie in Bretten und Mitglied der Internationalen Bonhoeffer-Gesellschaft, bei der Talkrunde nach der Filmvorstellung. Komarnicki sagt selbstverständlich: „Ja.“ Neddens kenne den echten Bonhoeffer einfach zu gut, um seinen „Bonhoeffer“ auf Anhieb zu mögen. Er sei aber sicher, dass das noch komme, sagte Komarnicki. „Der echte ‚Sully‘ musste den Film über sich selbst mit Tom Hanks in der Hauptrolle auch erst einige Male anschauen, bis er ihn gut fand.“
 
An der Talkrunde nahmen auch Schauspieler Robert Besta, und Michael Rösch, Geschäftsführer der Kinostar Filmverleih GmbH, teil.
 
Martina Schäufele