„Schuldekan-Tüte“ zum Anfang

- 29.09.2025 - 

Stefan Kammerer ist neuer Schuldekan im Evangelischen Kirchenbezirk Bretten-Bruchsal

Pünktlich zum Schuljahresbeginn hat Stefan Kammerer seine
Arbeit im Evangelischen Kirchenbezirk Bretten-Bruchsal aufgenommen. Jetzt wurde der neue Schuldekan in der Bruchsaler Lutherkirche offiziell ins Amt eingeführt.

Stefan Kammerer (Mitte) ist neuer Schuldekan im Evangelischen Kirchenbezirk Bretten-Bruchsal. Im Gottesdienst mit Dekanin Ulrike Trautz und Oberkirchenrat Wolfgang Schmidt wurde er offiziell eingeführt.
 
„Vom Schönborn-Gymnasium aus hatten wir in der Lutherkirche immer unsere Schulgottesdienste“, berichtete Stefan Kammerer jetzt bei seiner Einführung als Schuldekan. Das auffällige Jesus-Wandbild habe er noch gut in Erinnerung. In seiner Predigt spielte der 58-Jährige mit zwei Fragen, die im Religionsunterricht ständig wiederkehrten: „Stimmt das?“ – und „Ist es wichtig?“ Bezogen auf das Wandbild waren Kammerers Antworten eindeutig: „Der historische Jesus hat mit Sicherheit nicht so ausgesehen.“ Und: „Es ist – wie alles, was uns an Architektur umgibt – nicht so wichtig.“ Man dürfe, möglicherweise im Schulgottesdienst, über das Bild lachen. „Es sind Menschen, die als ‚lebendige Steine‘ Kirche bauen“, sagte Kammerer und betonte: „Menschen sind wichtig. Über Menschen darf man nicht lachen.“

Oberkirchenrat Wolfgang Schmidt überbrachte die Urkunde, unterzeichnet von Landesbischöfin Heike Springhart, und segnete den neuen Schuldekan. Bereits im Februar dieses Jahres hatte die Bezirkssynode Kammerer gewählt zum Nachfolger von Walter Vehmann. Vehmann ging vor den Sommerferien in den Ruhestand. Dekanin Ulrike Trautz begrüßte Stefan Kammerer „in neuer Funktion wieder bei uns“. Kammerer war nämlich von 2017 bis 2023 Pfarrer in der Kirchengemeinde Gondelsheim – Neibsheim – Büchig. Anschließend war er hauptberuflich Religionslehrer am Gymnasium in Neckarbischofsheim und betreute zudem weiterhin einen Teil der Konfirmandenarbeit der Evangelischen Kirche Region Bretten.

Stephan Thomas, Schuldekan im Nachbar-Kirchenbezirk Karlsruhe Land, hob beim anschließenden Empfang die Schnittstellen hervor, an denen ein Schuldekan arbeitet – Kindergärten, Schulen, Bezirksleitung, Ökumene. „Wir gehen gemeinsam – auch über konfessionelle Grenzen hinweg“, versicherte Peter-Michael Jahn, der katholische Schuldekan in Bruchsal. Kammerer sei „der Ökumene sehr zugewandt“, sagte der Brettener Bürgermeister Michael Nöltner und berichtete von einer besonderen Begegnung mit Pfarrer Kammerer während der Corona-Zeit. Der Pfarrer habe zu Weihnachten eine Esel-Prozession durch Neibsheim veranstaltet – „mit Zwischenstopp in meinem Hof“. Für die Stadt Bruchsal war Ruth Birkle stellvertretend für Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick anwesend. Das Schuldekanat befindet sich im Lutherhaus in Bruchsal. Christian Neddens, Direktor der Melanchthon-Akademie in Bretten, bezeichnete den Schuldekan als „das unentbehrliche Band zwischen Schulen und dem Predigtamt“ als Anspielung an eine Rede Melanchthons. Angela Knapp, Schulleiterin der Max-Planck-Realschule Bretten, überreichte im Namen der Schulen eine „Schuldekan-Tüte“ voller Materialen für den Unterricht. Das erwarteten die Religionslehrkräfte dann auch vom neuen Schuldekan, sagte Pfarrer Oliver Hoops: Theologische Hilfestellungen, um gute Antworten geben zu können, „wenn Jugendliche aus heiterem Himmel schwierige Fragen stellen“. Dekanin Ulrike Trautz und Diakonin Franziska Beck überreichten schließlich ein gemeinsames Geschenk des Bezirkskirchenrats und der Konfi-Teamer: Eine Schatzkiste mit guten Wünschen.
 
mar